Es war ein magischer Ort voller Esprit,
Weltoffenheit, Freude und purer Lebenslust,
Schauplatz rauschender Feste, beispielloser
Theatererfolge und ergreifender Schicksale,
kultureller und gesellschaftlicher Brennpunkt,
Insel des Glücks und der Hoffnung in schweren Zeiten -
das legendäre Central-Theater.
Hofjuwelier Heinrich Mau lebte mit spektakulären Bauten seinen Traum von Dresden als Großstadt von europäischem Format.
Sein großartigstes Vermächtnis war dieser Palast der Musen im pulsierenden Herzen der Metropole.
"Mythos Central-Theater" erzählt von den Menschen vor, auf und hinter der Bühne in der wechselvollen historischen Epoche von 1895 bis 1945.
Von den internationalen Stars des Varietés, des Theaters und der Musik, vom Tanz des Lebens in dieser Kulturstadt und ihrem Weg in die Katastrophe.
Das Central-Theater war das größte und prächtigste Privattheater in Dresden und hatte 1800 Plätze. Seine Direktoren brachten die neuesten Bühnenwerke und modernsten Musikstile nach Dresden und machten es so zu einem Fenster nach Europa und der Welt.
In der Bombennacht des 13. Februar 1945 fegte der Feuersturm auch dieses Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft hinweg. Alle Baupläne, Dokumente und Fotos aus den 47 bewegten Jahren seiner Existenz verbrannten.
In 12 Jahren Forschungsarbeit betrieb ich intensive Recherche in deutschen und internationalen öffentlichen Archiven, konnte Nachlässe und Originaldokumente beschaffen, dokumentarische Rekonstruktionen von Orten und Abläufen vornehmen und verlorene Biografien vollständig erschließen. Die Zusammenführung von Daten der Politik- und Sozialgeschichte mit der Kulturhistorie war mir dabei gleichfalls wichtig, um ein umfassendes Zeitbild zu entwerfen.
2021 konnte die 1. Auflage des Buches erscheinen, für das ich als Verfasser des Gesamtkonzeptes, Textautor, Bildredakteur, Grafiker und Buchgestalter verantwortlich zeichne. 2024 habe ich die 2. erweiterte Auflage mit der Einarbeitung neuer Forschungsergebnisse, zusätzlichen Dokumenten und Fotos sowie einem Personenregister auf den Weg gebracht.
Gleich zu Beginn der Arbeit an dieser erstmaligen und umfassenden Darstellung eines prägenden, aber bisher vernachlässigten Teils unserer Kulturgeschichte traf ich im Sommer 2014 auf den Hamburger Wirtschaftsmanager Wingolf R. Lachmann, den Urenkel des Erbauers des Viktoriahauses und des Central-Theaters, Hofjuwelier Wilhelm Heinrich Mau.
Durch die Geschichte seiner Familie und persönlich als Vorstandsvorsitzender und späterer Liquidator der „AG für Bauten“ (Eignerin des Central-Theaters) seit 1990
eng mit Dresden verbunden, bot er sofort seine vorbehaltlose Unterstützung an. Er stellt einzigartige Zeitzeugenberichte seiner Großmutter und historische Akten der "AG für Bauten" zur Verfügung und engagierte sich schließlich dankenswerterweise als Herausgeber für diese Edition.